Die Risikofaktoren

Die Risikofaktoren

Das Motto „Kein Risiko, kein Gewinn“ mag für einige Lebensbereiche zutreffen und für Risikofreudige eine Lebensphilosophie sein. Für die Gesundheit und die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Krankheiten heisst das Motto jedoch: „Keine Risikofaktoren, bessere Gewinnchancen“.

Dank umfangreicher Studien konnten die wichtigsten Risikofaktoren für eine Arteriosklerose erkannt und erforscht werden. Unterschieden wird zwischen beeinflussbaren und nicht beeinflussbaren Risikofaktoren.

Zu den nicht beeinflussbaren Risikofaktoren gehören Alter, familiäre Veranlagung und männliches Geschlecht. Auch wenn eine erbliche Belastung vorliegt, gibt es glückicherweise viele Möglichkeiten, die Herzgesundheit zu einem grossen Teil selbst zu beeinflussen. Das Rezept lautet: möglichst alle beeinflussbaren Risikofaktoren vermeiden, ausschalten oder falls nötig behandeln.

Zu diesen beeinflussbaren Risikofaktoren gehören in erster Linie:

- Rauchen

- Erhöhter Blutdruck

- Erhöhter Blutfettgehalt

- Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)

- Bewegungsmangel

- Übergewicht

- Stress

In verschiedenen neueren Untersuchungen wurde ausserdem ein direkter Zusammenhang zwischen Herzgefässkrankheiten und Infektionen erforscht. Zahnfleischerkrankungen und –entzündungen scheinen hier eine Rolle zu spielen. Die Bedeutung von spezifischen Erregern im Arteriosklerose-Prozess konnte indes – im Gegensatz zu den klassischen Risikofaktoren – noch nicht schlüssig nachgewiesen werden.

Eine gefährliche Situation besteht, wenn gleichzeitig mehrere Risikofaktoren vorhanden sind. Das Erkrankungs- und Herzinfarktrisiko erhöht sich in diesem Fall nicht proportional zur Zahl der vorhandenen Risikofaktoren, sondern überproportional. Es genügt deshalb nicht, einzelne Risiken zu bekämpfen. Vielmehr braucht es einen „Rudnumschlag“, um alle Gesundheitssaboteure zu treffen.

Eine besonder Stellung als Risikofaktor nimmt der Abnahme der weiblichen Geschlechtshormone bei Frauen nach der Menopause ein. Bis zu diesem Zeitpunkt, der meist zwischen dem 45. und dem 50. Lebensjahr liegt, sind die Blutgefässe durch die weiblichen Geschlechtshormone recht gut vor Arteriosklerose geschützt. Nach der Menopause wird die Östrogenproduktion in den Eierstöcken praktisch eingestellt. Dann steigt das Herzinfarktrisiko allmählich an. Die Frage, ob eine Hormonersatztherapie das Risiko senken kann, ist noch nicht abschliessend beantwortet. Viele Studien deuten aber auf eine günstige Wirkung hin. Gesichert ist die positive Wirkung der Hormonersatzbehandlung auf Beschwerden der Wechseljahre und Knochenabbau.

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